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Basel Sinfonietta - Simon Steen-Andersen: Piano Concerto (2014) - neo
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Simon Steen-Andersen: Piano Concerto (2014)

22 plays
Interpreters
Nicolas Hodges Baldur Brönnimann
Composition, Orchestra
187 tracks

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Added on 10 February 2021

Description

Ein Flügel stürzt vom Himmel. Eine spektakuläre Videoprojektion,
die aber lediglich die Introduktion des Klavierkonzerts
von Simon Steen-Andersen darstellt. Die Arbeit
an der ungewöhnlichen Komposition beginnt in einer
Werkshalle nahe Karlsruhe. Ein Flügel stürzt aus sieben Metern
Höhe. Der Aufprall lässt das Instrument bersten
und zerspringen, alles festgehalten in Bild und Ton. Zum Einsatz
kommen Hochgeschwindigkeitskameras, mit denen
Zeitlupe-Aufnahmen gefertigt werden. Eine Vielzahl von
Mikrofonen sorgt dafür, dass auch jedes Geräusch aufgezeichnet
wird.
Alles gehört zum Konzept des dänischen Komponisten
Simon Steen-Andersen. In seinen mehrfach ausgezeichneten
Werken kombiniert er häufig Instrumentalmusik und
elektronische Einflüsse. Über Videoinstallationen schafft er
zusätzlich eine visuelle Ebene. Steen-Andersens Ziel ist
es, die Abläufe der Zerstörung deutlich betrachten und hören
zu können. Denn in Echtzeit ist der Sturz kurz und
wenig spektakulär. Die Schäden am Flügel sind allerdings
deutlich zu erkennen.
Als Provokation oder Kritik ist die Zerstörung nicht gedacht.
Steen-Andersen geht es darum, die freigesetzte Energie
einzufangen und ein neues Instrument zu schaffen.
Der Pianist Nicolas Hodges erkundet die Möglichkeiten dieses
neuen, transformierten Instruments. Das Spiel auf
dem zerbrochenen Instrument wird ebenfalls aufgezeichnet.
Wieder entstehen Audios und Videos.

Die Klänge des zerbrochenen Instruments bilden den Ausgangspunkt
der Komposition. Diese sind dabei nur ein
Moment, der dann in ein veritables Klavierkonzert mündet.
Das Zusammenspiel aus intaktem und gebrochenen Flügel
wird nicht nur klanglich umgesetzt, sondern auch visuell.
Live spielt der Pianist Nicolas Hodges ein unversehrtes
Instrument, ihm gegenüber wird das zerborstene auf eine
Leinwand projiziert.
Es scheint, als wären zwei Flügel auf der Bühne. Tatsächlich
bilden der intakte und der zerbrochene ein Instrument.
Der Pianist spielt auch beide Instrumente. Auf dem Flügel
liegt das Keyboard, mit dem er die Projektion steuert.
Die Klangwelt des kombinierten Instruments wird in das
Orchester verlagert. Es vermittelt so zwischen dem intakten
und dem gebrochenen Zustand des Flügels.
Der Flügelsturz ist so in der ganzen Komposition wahrnehmbar,
kann aber mit einem gewissen Abstand betracht werden.
Eine Videoleinwand hinter den Musikern zeigt deutlich,
wie sie die gebrochenen Klänge instrumentieren. Das gesamte
Orchester wird als zerbrochenes Instrument erlebt.
Für das Piano Concerto hat Simon Steen-Andersen 2014
an den SWR Donaueschinger Musiktagen den Orchesterpreis
und 2015 den dänischen Carl Prisen erhalten.

Year of creation
2020
Director
Tristesse

22 plays